Whey – Mythen, Fakten, Formen

Und der Herr sprach: Seelig sind diejenigen die stemmen, denn ihnen sind die Gainz. Und der Himmel tat sich auf und es regnete reines Whey auf die Stemmer hernieder und der Herr sah, das es gut war.

So oder so ähnlich scheinen manche Studioamateure dem Thema Wheyprotein gegenüber zu stehen. Was wirklich hinter Protein und Proteinpräparaten steckt erfährst du in diesem Blog.

Die Ursuppe aller Molkeeiweißpräparate ist quasi Molke. Molke ist eine pissgelbe Flüssigkeit, die bei der Käseherstellung anfällt. Wichtig ist allerdings, auch wenn viele selbsternannte „Experten“ gerne von einem Abfallprodukt sprechen, so ist das weit an der Wahrheit vorbei. Abfall ist ein Abfallprodukt. Molke ist ein hochwertiges Nebenprodukt, das in vielen verschiedenen Produkten Verwendung findet und auch rund um den Globus seit Beginn der Käseherstellung Verwendung gefunden hat. Um zu verstehen, warum das so ist, muss man sich nur einmal anschauen, woraus Molke besteht. Klar ein Großteil ist Wasser, 94% um genau zu sein. Viel interessanter ist allerdings der Rest. Bis zu 1% besteht nämlich aus Molkeprotein. Und Molkeprotein ist eine verdammt hochwertige Eiweißquelle. Das liegt zum einen daran, dass alle essentiellen Aminosäuren darin enthalten sind. Na klingelts? Das sind die Aminosäuren die der Körper braucht aber nicht selbst zusammenbraten kann. Gleichzeitig sind sie aber auch in einem soliden Verhältnis darin enthalten. Zum anderen ist Molkenprotein zumeist leicht verdaulich und besteht hauptsächlich aus den folgenden 5 Proteinen:

  • α-Lactalbumin 
  • β-Lactoglobulin 
  • Immunoglobuline 
  • Proteosepepton
  • Serumalbumin 

 

Der aufmerksame Leser geht nun natürlich hin und rechnet: 0,6g Molkeprotein auf 1l Molke bedeutet ja bei 2g Eiweiß pro Kilo sexuelle Schwungmasse bei einem 100 Kilo schweren Zuchtbullen ja knapp lausige 334l Molke. 

Da unterlaufen dummerweise zwei Denkfehler, zum einen ist alles was aus Molke in Form eines Eiweißpräperates hergestellt wird ein Nahrungsergänzungsmittel. Die Betonung liegt hierbei auf dem Wörtchen Ergänzung. Der zweite Denkfehler ist, dass wir Molke konsumieren, wenn wir einen Molkeeiweißshake trinken. Nur zur Info, wenn jetzt irgendein Hinterwäldler mit dem Argument ins Tor knallt: „Isch trink aber kein Molke isch trink Whey“, dann sei besagter Torfnase gesagt, das Whey das englische Wort für Molke ist. Also was saufen wir denn dann? Naja, stumpfsimpel könnte man sagen weiterverarbeitete Molke. Denn je nachdem welchen Arbeitsschritten die Molke unterzogen wird, haben wir unterschiedliche Produkte mit anderen Vor- und Nachteilen. 

Kommen wir mal zum gängigsten Vertreter: Molkekonzentrat

Konzentriertes Molkenprotein quasi. Also nichts anderes als Molke, der per Ultrafiltration der Wasseranteil entzogen wurde. Klingt nicht besonders kompliziert, hat aber den Vorteil, dass das Endprodukt verhältnismäßig günstig ist. Doof nur, dass aufgrund der gesteigerten Nachfrage auch der Preis auf Dauer nur eine Richtung kennt, nämlich nach oben. Und wenn wir jetzt mal sehen, dass sich aktuell diverse Anbieter im Preisdumping gegenseitig auszustechen versuchen, dann merkt man, dass gerade in dem Bereich der ein oder andere mit gezinkten Karten spielt. Stichwort Aminospiking, was mitlerweile jedem ein Begriff sein sollte. Fakt ist in jedem Fall, dass bei einem Molkeproteinkonzentrat ein Eiweißgehalt von unter 80g realistisch ist. Theorethisch könnte ein Konzentrat in reiner Geschmacksform zwar ca. 80% Proteinanteil aufweisen, aber da Molkekonzentrat ein natürlicher Rohstoff und damit ebenso natürlichen Rohstoffschwankungen unterlegen ist, die wiederum bis zu 10% betragen können…. Ich machs mal einfach: Ein Hersteller, der bei einem geschmacklosen Wheykonzentrat hingeht und sagt sein Produkt hätte 76,77 von mir aus 78g Eiweiß auf 100g, ist das ne Ausage, die ganz gut hinhauen kann. Wenn allerdings ein Hersteller die hodenlose Frechheit besitzt, ein Molkenproteinkonzentrat mit 87% Eiweißanteil zu bewerben und dann am Besten auch noch gar kein reines Molkenproteinkonzentrat anbietet sondern z.B. eine Mischung aus Milcheiweißkonzentrat und Sojaisolat, ist besagter Hersteller ein Lump aller erster Garnitur und wir reden von Beschiss am Kunden, wie es normalerweise außerhalb von Wahlversprechen konkurrenzlos ist. Butz! 

Zurück zum Molkenproteinkonzentrat. Neben einer ganz ordentlichen Portion Eiweiß enthält das Pulver verhältnismäßig viel Fett und Lactose. Da reden wir zwar von nur ein paar Gramm, allerdings hat die gute olle Lactose den uncharmanten Nachteil, dass es den ein oder anderen Burschen geben mag, der darauf nicht ganz knusper reagiert. Irgendjemand eine Ahnung was der Onkel meint? Richtig, Lactose-Intoleranz. „Wat dat?“ Ganz einfach, um Lactose, also den juten alten Milchzucker, der ein Dissacharid ist, in eine vernünftige Zuckerform umzubraten (Glucose zum Bleistift), wird ein Enzym benötigt…die so genannte Lactase. Jetzt ist es mit der ollen Lactase so, dass alle Säugetiere Lactase im Kindesalter produzieren. Macht ja auch Sinn, Muttermilch und so. Wenn wir älter werden geht aber die Produktion zurück, bei ca 10-15% der weißen Europäer soweit, dass die Verarbeitung der Lactose nicht mehr so glorreich abläuft. Stichwort Magenkrämpfe und Eiweißfurz. Weiße Europäer deshalb, weil den Jungs und Mädels aus dem Norden Milchkonsum einen selektiven Vorteil gab in Bezug auf die Nährstoffversorgung. Bei dunkelheutigen Menschen ist die Anzahl der Lactaseverweigerer eher so bei 90%, es sei denn, sie stammen aus einer Ahnenreihe, bei denen Milchviehzucht hoch im Kurs stand, dann sind wir wieder bei Genosse selektiver Vorteil. Lange Rede kurzer Sinn, geiles Produkt aber mit zwei, drei Mankos die man wissen sollte.

Als zweite Konkubine im Molkepalast hätten wir das gute alte Molkenproteinisolat

Die Vorteile von Molkenproteinisolat sind zum einen der höhere Proteinanteil von bis zu 95%, bei gleichzeitig geringerem Fettanteil gegenüber Molkenproteinkonzentrat und zum anderen enthält Isolat nahezu keine Lactose. Warum das ganz cool sein könnte hatten wir ja bereits beim Konzentrat geklärt. Außerdem wird das Isolat dadurch schneller vom Körper aufgespalten und verwendet. Wobei man da ganz klar sagen muss, dass weniger Allergene in einem Produkt erstmal eine gute Sache sind, die schnellere Resorbierbarkeit wird aber in der Praxis keinen Unterschied machen. 

Jetzt ist noch ganz wichtig zu wissen, dass es zwei Herstellungsverfahren für Molkenproteinisolat gibt. Zum einen das Ionen-Austauschverfahren, zum anderen die Mikrofiltration. Beim Ionentauschverfahren kann ein höherer Eiweißanteil erreicht werden, nämlich theorethisch von bis zu 95%. Das Problem dabei ist, dass das einzige Molkenprotein, das dieses Verfahren übersteht das β-Lactoglobulin ist. Und das ist dummerweise das Allergen unter den 5 Haupt-Molkenproteinen. Stichwort „Kuhmilchallergie“.

Bei der Mikrofiltration wird das ultrafiltrierte Molkenproteinkonzentrat nochmal filtriert. Bei diesem Verfahren erhalten wir zwar einen etwas geringeren Eiweißanteil im Proteinpulver, womit wir aber trotzdem fast an die 90% Proteinanteil kratzen. Außerdem sitzen dafür auch noch alle Molkeproteine im Boot.

Zusammenfassend bleibt also zu sagen, dass ein mikrofiltriertes Molkenproteinisolat den Vorteil hat, dass es nahezu frei von Fett und Lactose ist und eine bessere Bioverfügbarkeit hat im Vergleich zum Ionen-Austauschverfahren.

Als dritte und letzte Kreation des Whey-Gottes steht das Molkenprotein-Hydrolysat auf dem Plan. 

Hierzu wird es in naher Zukunft noch einen gesonderten Blog geben. Wichtig ist erstmal nur, dass dieses Protein schon vorverdaut ist. Was sich jetzt ziemlich eklig nach Brechreiz anhört, bedeutet in Wahrheit nichts anderes, als dass über Enzyme während der Herstellung die Proteine schon teilweise aufgespalten werden. Das heißt im Grunde nur, dass die einzelnen Molkenproteine zerlegt werden. Da diese Proteine aber eigentlich der Grund sind, warum Molke eben kein Abfallprodukt, sondern ein hochwertiges Nebenprodukt ist, ist das ein zweischneidiges Schwert. Was auf der anderen Seite aber ein absoluter Vorteil des Hydrolysats ist, es ist komplett frei von Allergenen. Naja, zumindest solange man keine Erdnüsse oder Soja mit rein mischt. Was die vielangepriesene sofortige Resorbierbarkeit angeht, wird das wie gesagt in einem seperaten Blog das Thema sein.

Soweit hätten wir jetzt schonmal die Basics geklärt. Was also hat uns geritten ein weiteres Wheyprotein-(Isolat) auf den Markt zu schmeißen, der ja anscheinend so gesättigt ist? 

Nun es ist, wie wir es schon 100 mal gesagt und geschrieben haben und wahrscheinlich noch mehrere 1000 mal sagen und schreiben werden. Es gab nicht DAS Produkt, das uns überzeugt hat. 

Die meisten Hersteller neigen dazu, bei ihren Nährwertangaben nur eine Geschmackssorte anzugeben und zwar im Normalfall die Geschmacksneutrale Variante oder ein Vanillearoma, der recht wenig Zusatzstoffe (also z.B. Vanille-Aroma!) braucht und dadurch einen sehr hohen Eiweißanteil besitzt. Lustigerweise hauen schokoladige Geschmacksrichtungen richtig auf den Putz, denn bei denen ist der Eiweißanteil in der Regel locker 12-15% niedriger. Das stellt erstmal keinen Beinbruch da, der Athlet, bei dem 10g mehr oder weniger Eiweiß einen Unterschied machen ist noch nicht geschlüpft. Es bleibt aber trotzdem Volksverarsche und Vorspielung falscher Tatsachen. 

Der nächste Punkt ist der Geschmack. Wir wollten etwas anderes, als das was es bis dato gab und jeder der mal Intense Chocolate oder Mousse Au Chocolat probiert hat, weiß genau wovon ich rede. 

Zu guter Letzt kam neben der Deklaration und dem Geschmack die Qualität immer mehr in unseren Fokus. Mal ehrlich, Molke an sich ist im Endeffekt aus Milch. Woher kommt die? Richtig, von der Kuh. Wenn die Kuh jetzt mit Medikamenten vollgeballert wird und zusätzlich noch ungetestetes Futter verfüttert bekommt, vielleicht noch ein paar Hormone dabei, dann hab ich diesen Mist auch in der Milch. 

Auch hier bitte Obacht, wir sind nicht grundsätzlich gegen die Verwendung neuer Technologien, auch nicht im Bereich der Lebensmittelproduktion, aber wir sind der Meinung, dass alle Produkte ausführlich getestet werden müssen, bevor sie in den Prozess einfließen dürfen. 

Wie alle unsere Nahrungsmittel und Ergänzungen, werden unsere Molkenprotein-Pulver nur in Deutschland hergestellt.

Lange rede, kurzer Sinn...wir können hier viel schreiben, aber am besten testet Ihr es selbst!

In diesem Sinne, lasst Euch die Shakes schmecken! 

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