ERNÄHRUNGS-BASICS TEIL 2.2: Ein Wort mit 13 Buchstaben - Kohlenhydrate

Mir fällt dazu eigentlich nur ein Wort mit 10 Buchstaben ein: Saccharide. Das sind Kohlenhydrate nämlich. Saccharide. Die Verbindungen sind nebenbei bemerkt genau die, welche am häufigsten in Organismen synthetisiert werden. Im direkten Vergleich zu Proteinen und Fetten ist ihr Aufbau allerdings relativ einfach, da sie alle (HCOH)als Grundstruktur besitzen.

Wie gehabt, Teilen macht das Leben leichter. Saccharide werden unterteilt in Monosaccharide und den Rest der aus mehreren Monosachariden gebildet wird, das wären dann wiederum Di-, Oligo- und Polysaccharide. 

Erster Strike: Monosaccharide können durch Hydrolyse nicht weiter zerlegt werden. Außerdem sind sie Aldehyde und Ketone mehrwertiger Alkohole, also von Aldosen und Ketosen. 

Wofür sind denn nun eigentlich Kohlenhydrate gut? – Für eine ganze Menge! Die guten alten Carbs, wie sie ja mittlerweile nur noch genannt werden (Carbohydrates englisch für Kohlenhydrate), sind für eine ganze Menge cooles Zeug zuständig. Zum einen und das ist auch ihr bekanntester Zweck, dienen sie als schnelle Energiequelle. Das allein ist schon der „deepe Shit“ (was denn?! Wenn wir Carbs sagen dürfen, dann darf ich doch auch ein bisschen mit der Sprache spielen), aber als Sahnehäubchen sind sie in Form von bestimmten Polysacchariden Bestandteil des Zellgewebes aller höheren Lebewesen und an der Zell zu Zell Kommunikation beteiligt. Kleiner Tipp: Wenn du ein Einzeller bist, ist das Latte. Für den Rest gilt: Applaus, Applaus, vielen Dank liebe Kohlenhydrate. Und damit nicht genug, denn sie sind, in Form von bestimmten Oligosaccharid-Strukturen, Bestandteil von manchen Proteinen, die ohne diese Saccharide gar nicht funktionieren würden. Noch ein Tipp: Das wäre schlecht!

Wir wissen ja, dass Monosaccharide quasi die Basis bilden. Daher, wie kann‘s anders sein, gibt’s hier Verschiedene. Zwei ziemlich wichtige Kandidaten wären die Hexosen und die Pentosen, wobei bei Letzteren auf ihrem Phosphatweg noch Erythrose und Sedoheptose als Zwischenprodukt dazukommen, wenn auch nur in geringen Mengen.

Zweiter Strike: Hexosen sind Bestandteile von Nahrungskohlenhydraten und für den tierischen Stoffwechsel äußerst wichtig, wobei die wichtigste Hexose recht bekannt ist, nämlich die Glucose

Das liegt übrigens an der kleinen aber feinen Tatsache, dass alle Nahrungskohlenhydrate in Glucose umgewandelt werden müssen und erst danach als Energiequelle zur Verfügung stehen. Und wenn wir gerade dabei sind die Glucose zu feiern…naja, Glutamat, Fettsäuren und Cholesterin können aus ihr synthetisiert werden.

Hexosen und Pentosen haben nebenbei bemerkt die tolle Eigenschaft, dass sie ähnlich wie die Aussagen der meisten Politiker stark wandelbar sind. Das bedeutet sie können für verschiedene Funktionen modifiziert werden. Ein bekanntes Beispiel für eine solche Modifikation wäre der Aminozucker Glucosamin.

Wenn wir grade schon dabei sind…naja, es gibt da vielleicht auch noch etwas Erwähnenswertes zu den Polysacchariden. Die werden nämlich in Hetero- und Homoglycane unterteilt. Erwähnenswert deshalb, weil Heteroglycane in fast allen Proteinen und Fetten vorkommen und zwar als Glycoproteine, Proteoglcycane, Peptidoglycane und Glykolipide. Homoglycane wiederum haben quasi die Antonov aus dem Flugzeug Quartett auf ihrer Seite, nämlich Cellulose und diese ist die am weitesten verbreitete organische Substanz die es auf der guten alten Erde gibt. Ach und nebenbei Glycogen, das phantastische Reservekohlenhydrat ist ebenfalls ein Homoglycan.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.