ERNÄHRUNGS-BASICS TEIL 2: Marco wie Makronährstoffe und Polo wie Physiologie

In diesem Teil kommen wir zu den Makronährstoffen. Davon gibt’s drei Stück und zwar Proteine, Kohlenhydrate und Fette. Die drei haben unterschiedliche Brennwerte, also beinhalten unterschiedlich viel Energie oder kcal. Den Brennwert kann man unterteilen in den physikalischen und den physiologischen Brennwert. Physikalisch ist das, was tatsächlich an Energie enthalten ist. Der Physiologische Brennwert ist allerdings niedriger. Warum? Ein kleiner Rest der Nahrung die wir zu uns nehmen, bleibt immer unverdaut, oder mal hochgestochen ausgedrückt: Ein Teil wird unvollständig resorbiert. Und zwar gar nicht so wenig ca. 5-10% grob über den Daumen gepeilt. Daher ist das, was der Körper an Energie tatsächlich aufnimmt, die resorbierte Energie. Nochmal 5-10% gehen drauf für Nährstofftransport, Speicherung und Umwandlungsprozesse. Und zu guter Letzt haut die Oxidation der Nährstoffe auch nochmal in dieselbe Kerbe, denn unter Umsetzung von ATP geht ein Teil der Energie als Wärme stiften. Packen wir jetzt noch die Energie drauf, die in unseren Ausscheidungen, also z.B. Urin stiften geht, dann kommen wir so auf ca. 4 kcal/g bei Protein und Kohlenhydraten, bei Fett wiederum auf ca. 9 kcal/g. 

Mal so für die Stammtisch-Stemmer und Party-Athleten: Alkohol hat ca. 8 kcal/g. 1 Liter Bier mit 4,9 Umdrehungen hat ca. 40g Alkohol und Jägermeister (in Schnapsgläsern) ca. 5,6g.  Ein Gelage, das seinen Namen Wert ist, umfasst mindestens mal 3 Liter Bier und 10 Jägermeister, das macht 176g Alkohol was gleichbedeutend mit 1408 kcal ist. Und da ist noch keine obligatorische Currywurst mit Pommes-Schranke eingerechnet. Neben vielen anderen unerwünschten Nebeneffekten und dem obligatorischen Kater am nächsten Tag, zerschießt man sich also ziemlich extrem die Energiebilanz. 

Was man aber nicht vergessen darf, das sind alles Mittelwerte. Die Nahrungszusammensetzung, die Verdaulichkeit und na klar auch der Stoffwechsel sind keine fixen Größen, sondern Variablen. Der reale physiologische Wert weicht teilweise ziemlich stark ab. Am krassesten ist dies bei Proteinen, wo der reale Brennwert mal ganz locker bis zu 1,65 kcal/g abweichen kann (einer der Gründe, warum High Protein Diäten funktionieren). Kann man eigentlich mehr Energie aus der Nährstoffoxidation rausholen, also quasi Nährstoffoxidations-Tuning? Na klar kann man. Und zwar durch Zeugs, wie Dinitrophenol, Koffein, Amphetamine und Nicotin. 

Jetzt kommt‘s: Pharmakologische Stoffe wie Dinitrophenol, Koffein, Amphetamine und Nicotin können den transmembranären Protonengradienten der inneren mitochondrialen Membran und damit die treibende Kraft hinter der ATP-Synthese reduzieren. Ja, den Satz muss man erstmal von seinen Begrifflichkeiten verdauen.

Damit einher steigt der O2 Verbrauch in Verbindung mit einer erhöhten Oxidation von NADH/H+  und FADH2. Ja, was heißt das dann? Mehr Energie wird in Wärme umgesetzt, ganz einfach. Und wieso ist das wichtig? 

Weil, wenn wir uns die Rosinen rauspicken, es nichts Anderes heißt, als dass sich die Thermogenese, also die Wärmeproduktion und über diese, der Ruheumsatz, an die Energieversorgung anpassen lässt. 

Kleiner Tipp am Rande, wenn du längere Zeit weniger isst als du verbrennst, geht auch der Ruheumsatz nach unten. Umgekehrt steigt er natürlich.

Tja. Hat sich eigentlich während des Lesens irgendjemand gefragt, was Proteine, Kohlenhydrate und Fette überhaupt sind? Natürlich habt ihr das und deshalb schauen wir uns im nächsten Teil die Proteine näher an. Viel Spaß!

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.